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Bei Sanierungs- und Baumaßnahmen packen alle mit an

Wenn auf unseren Baustellen in Brasilien alle gemeinsam anpacken, entsteht etwas ganz Besonderes: ein echtes Gefühl von Zusammenhalt. Ob Vereinsmitglieder, lokale Handwerker oder die Familien vor Ort – jeder bringt seine Stärken ein, hilft dem anderen und gemeinsam geht die Arbeit leichter von der Hand.

Auch wenn die tropischen Bedingungen oder der Zeitdruck mal stressig werden: Unser Miteinander sorgt stets für eine großartige Stimmung und gegenseitigen Respekt. Am Ende sieht man nicht nur, was gemeinsam geschafft wurde, sondern spürt auch den starken Teamgeist, der hinter all unseren Initiativen steckt.

Erfahre mehr über die vier Säulen unserer Arbeit:

01

Kultur-
empathie

Unser Verein fördert ein tiefes Verständnis für die brasilianische Kultur und respektiert lokale Traditionen im Alltag der Kindergärten. Gleichzeitig stärken wir gezielt den interkulturellen Austausch, um gegenseitiges Lernen und Offenheit nachhaltig lebendig zu halten.

02

Soziale Werte

Es ist uns sehr wichtig, dass auf Chancengleichheit, Respekt und ein wertschätzendes Miteinander in den Kindergärten geachtet wird. Kinder sollen in einer sicheren Umgebung aufwachsen, die ihren Gemeinschaftssinn fördert und ihre persönliche Entwicklung von klein auf stärkt.

03

Wirtschaft-
lichkeit

Alle eingesetzten Mittel werden verantwortungsvoll und  transparent verwendet, um den größtmöglichen Nutzen für die Kinder vor Ort zu erzielen. Durch eine effiziente Planung und kontinuierliche Kontrolle wird sichergestellt, dass die uns anvertrauten Ressourcen langfristig sinnvoll, sparsam und zielgerichtet eingesetzt werden.

04

Nachhaltig-keit

Unsere Projekte werden so gestaltet, dass sie eine langfristige Wirkung entfalten und die Lebensbedingungen der Kinder dauerhaft verbessern können. Dabei achten wir besonders darauf, ökologische Verantwortung und soziale Aspekte sinnvoll miteinander zu verbinden – für eine Zukunft, die trägt.

Erfolgreiche Partnerschaft

Seit unseren ersten Schritten an unserer Seite: die Werner Erkes Stiftung. Ihre Unterstützung ist für uns weit mehr als finanzielle Hilfe – sie ist ein Zeichen von Vertrauen, von Verbundenheit und von echtem Engagement für eine gerechtere Welt.

Unser tief empfundener Dank gilt dem Stifter Werner Erkes, dessen kontinuierliche und großzügige Förderung unsere Arbeit überhaupt erst möglich macht. 

Besonders berührt uns, dass die Stiftung, die sich mit so viel Herzblut für Bildungsprojekte in Subsahara-Afrika einsetzt, auch unsere Projekte in Brasilien begleitet und stärkt.

Unser aktuelles Projekt: Der Kinderhort „Horas Alegres“ in Jardim Jacira / São Paulo

Der Kinderhort „Horas Alegres“ (Fröhliche Stunden) ist das Herzstück unserer Arbeit vor Ort. Seine Geschichte ist eine Geschichte von Mut, tiefen Schicksalsschlägen und dem unerschütterlichen Willen, Kindern in einer der ärmsten Regionen São Paulos eine sichere Zukunft zu schenken.

Die Entstehungsgeschichte: Aus der Not eine Zuflucht schaffen

Alles begann im Jahr 2005 mit einer mutigen Entscheidung: Als Eliane, eine engagierte Gruppenleiterin des örtlichen Kindergartens „São Miguel“, diesen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Leitung verließ, standen viele Familien vor dem Nichts. Da die staatlichen Präfekturen in der Region kaum eigene Betreuungseinrichtungen unterhalten, sind Plätze bei den wenigen privaten Trägern rar und heiß begehrt.

Aus der Verbundenheit zu ihrer Leiterin folgten die Kinder Eliane kurzerhand in ihr eigenes kleines Wohnhaus mit Garten. In dieser Übergangszeit betreute sie dort, auf engstem Raum, rund 60 Kinder. Es war ein echtes Familienprojekt: Elianes Mutter übernahm ehrenamtlich das Kochen, während ihre Schwester Luciana (genannt Lu) sie tatkräftig bei der pädagogischen Arbeit unterstützte.

 

Der große Meilenstein: Ein eigener Kindergarten entsteht

Schnell war klar: Die Kinder brauchen ein eigenes, stabiles Gebäude. Im Jahr 2010 war es so weit: Direkt gegenüber von Elianes Wohnung wurde der Grundstein für den Neubau des Kindergartens gelegt und noch im selben Jahr fertiggestellt.

Möglich wurde dieser Meilenstein durch ein starkes Netzwerk. Der Förderverein Jaguaripe trug gemeinsam mit seinen verlässlichen Partnern – dem Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit e.V. und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – wesentlich zur Finanzierung dieses Großprojekts bei

 

Schwere Zeiten und schmerzhafte Verluste

Die darauffolgenden Jahre stellten das Projekt auf eine harte Probe. Die Corona-Pandemie zwang auch uns dazu, die Türen vorübergehend zu schließen. Mitten in dieser Krise, im Jahr 2021, verstarb Elianes Mutter an den Folgen einer Corona-Infektion – sie, die bis zuletzt mit viel Liebe das Essen für die Kinder zubereitet hatte. Da aus wirtschaftlichen Gründen keine Köchin nachbesetzt werden konnte, teilten sich Eliane und Lu fortan auch noch die Arbeit in der Küche.

Das Jahr 2025 brachte den wohl schwersten Schicksalsschlag für die Gemeinschaft. Mit Stefan Gercewski und Luciana „Lu“ Soares de Souza verstarben gleich zwei der wichtigsten Säulen unseres lokalen Partnervereins „Associação Beneficente do Adolescente“.

  • Stefan, Elianes Ehemann, war jedes Jahr mehrere Monate selbst vor Ort. Er plante und errichtete federführend das Hauptgebäude des Kindergartens sowie die Wirtschaftsgebäude samt einer kleinen Wohnung für die Leitung.
  • Lu war nicht nur die pädagogische Seele der Einrichtung, sondern auch die unersetzliche rechte Hand ihrer Schwester Eliane.

„Ihr plötzlicher Tod hinterlässt eine schmerzhafte Lücke – und gleichzeitig die große Aufgabe, ihr Lebenswerk in ihrem Sinne weiterzuführen.“

Unser Team

Die aktuelle Situation: 
Wie es heute weitergeht

Doch Aufgeben war für Eliane nie eine Option. Trotz der Trauer und unter veränderten behördlichen Auflagen (die für Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren einen deutlich höheren Personalschlüssel vorschreiben) wurde die Einrichtung im März 2022 erfolgreich in einen Kinderhort umgewandelt.

Heute besuchen rund 91 Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren den Hort. In einem Zwei-Schicht-System werden sie hier vor und nach ihrem regulären Schulunterricht sicher aufgefangen, gefördert und versorgt.

Geleitet und getragen wird dieses wertvolle Projekt heute von einer neuen Generation: Eliane führt das Erbe ihrer Familie fort – an ihrer Seite stehen nun der Bruder Fabiano und die Nichte Tatjana.

Ein Meilenstein für die Zukunft: 
Das neue Wirtschafts- und Gästegebäude

Unsere Arbeit wächst mit den Herausforderungen vor Ort. Was im Jahr 2018 ursprünglich als kleine Baumaßnahme für eine einfache Geräte- und Spielzeuggarage begann, hat sich zu einem echten Großprojekt entwickelt: dem Neubau eines vielseitigen Wirtschaftsgebäudes.

Das Gebäude wurde Ende 2024 fertiggestellt und bezogen. Es beherbergt heute:

  • Eine funktionale Wohnung für das Betreuungspersonal vor Ort,
  • Ein einladendes Gästezimmer für ehrenamtliche Helfer, Unterstützer und Besucher des Kinderhorts.

Ein wichtiger Nebeneffekt für die Sicherheit: Da die Einbruchs- und Diebstahlquote in dieser Region leider sehr hoch ist, sorgt das nun dauerhaft bewohnte Gelände für einen unschätzbaren Schutz. Die Präsenz vor Ort schreckt ab und sichert die gesamte Einrichtung nachhaltig ab.

Ausblick: Unsere nächsten Ziele (Perspektive)

Das Erreichte gibt uns Kraft, doch die nächsten Aufgaben warten bereits. Um den Betrieb des Horts langfristig abzusichern und den Kindern eine noch bessere Umgebung zu bieten, konzentrieren wir uns aktuell auf folgende Ziele:

  • Finanzierung einer festen Köchin: Wir möchten ein monatliches Gehalt sichern, um Eliane und ihr Team in der Küche dauerhaft zu entlasten.
  • Absicherung für Eliane: Die Gewährleistung ihres monatlichen Gehalts inklusive aller staatlich verpflichtenden Sozialbeiträge für ihre unermüdliche Leitung vor Ort.
  • Sicherheit des Geländes: Die finale Fertigstellung der Umfriedung (Zaun/Mauer) des gesamten Kindergartengeländes.
  • Mehr Raum zum Spielen: Die Beschaffung von neuen, sicheren Spielgeräten für die rund 80 Hortkinder.

           Abgeschlossene Projekte:

Projekt 06

Projekt Maristenschule Silvania

Fördermittel € 10.000 für Sanierung der Freizeitanlage

Im Jahr 2018 hat der Förderverein Jaguaripe e.V. erstmalig die von dem Orden der Maristen- Schulbrüder geleitete Schule Padre Lancisi in Silvania unterstützt.
Silvania ist eine Kleinstadt mit 19.000 Einwohnern im Bundesstaat Goia.
Derzeit besuchen ca. 420 Kinder die Einrichtung. Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahre die 10 Klassen die Grundschule, Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahre die Vorschule. Fast alle Schülerinnen und Schüler kommen aus sozial schwachen Familien. Für sie ist der Besuch der Schule ist kostenfrei.
Die Versorgung der Kinder mit zwei Mahlzeiten am Tag wird unter anderem von der zur Einrichtung gehörenden Landwirtschaft und einer eigenen Küche gesichert.

Mit unserer Unterstützung konnte die Schule die Freizeitbereiche der verschiedenen Altersgruppen sanieren und umgestalten.

Projekt 05

Modellprojekt Hafenschule 
in Rio de Janeiro

Fördermittel € 20.000

Unterstütztes Projekt: Die Hafenschule ist im brasilianischen Schulsystem eine einzigartige Einrichtung. Das 2007 ins Leben gerufene und vom Franziskaner Pater Eckart geleitete Modellprojekt ist eine Ausbildungsstätte für über 1200 Kinder aus ärmsten Verhältnissen. Trotz des von Arbeitslosigkeit, Gewalt und Drogen gekennzeichneten Umfelds haben viele Schüler den Eintritt ins Berufsleben geschafft oder erfolgreich an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Das angegliederte Gymnasium „Sonja Kill“ ermöglicht den begabtesten Kindern den Zugang zu staatlichen Universitäten.

Maßnahmen: Finanzielle Beteiligung mit einem bedeutsamen Anteil am Gesamtetat der Hafenschule.

Perspektive: Unsere finanzielle Beteiligung ist beendet worden. Das Projekt wurde von einheimischen Trägern übernommen.

Projekt 04

Kindergarten in der Favela Vidigal / Rio de Janeiro

Fördermittel € 3.000

Unterstütztes Projekt: Instandsetzung des Kindergarten der örtlichen Franziskaner-Ordensgemeinschaft. Nach einem heftigen Unwetter in 2009 wurden Einrichtung und Ausstattung vom Hochwasser zerstört.

Maßnahmen: Finanzielle Unterstützung, um Möbel und Baumaterial zur Instandsetzung zu beschaffen.

Perspektive: Die Unterstützung diente der Soforthilfe. Der Kindergarten wird weiterhin von der örtlichen Ordensgemeinschaft betreut.

Projekt 03

Kindergarten Casa Sao Vicente de Paulo, Rio de Janeiro - Complex Alamao

Fördermittel € 500

Unterstütztes Projekt: Der Kindergarten „Casa Sao Vicente de Paulo“ liegt in der Favela Complex Alemao, einer der gefährlichsten und ärmsten Rio de Janeiros. Der von einem aus Deutschland stammenden Priester betreute Hort ist für die Kinder der Favela enorm wichtig.

Maßnahmen: Kostenübernahme für Malblocks, Stifte und technische Ausrüstung in 2008.

Perspektive: Der Beitrag diente der Soforthilfe. Die Betreuung obliegt weiterhin dem leitenden Priester. Der Kindergarten in Rio ist im Jahr 2016 wegen der immer größeren Kriminalität in der Favela geschlossen worden. Die Sicherheit der Kinder und Erzieherinnen war nicht mehr gewährleistet.

Projekt 02

Sozialstation Na Lixeira, Brasilia

Fördermittel € 600

Unterstütztes Projekt: Sozialstation „Na Lixeira“, Grundschule mit angeschlossener Krankenstation. Die Verhältnisse vor Ort werden durch die Lage deutlich: Die Sozialstation befindet sich am Rande einer Mülldeponie der Haupstadt Brasilia, die von den Anwohnern nach Verwertbarem durchsucht wird.

Maßnahmen: 2008 unterstützt Jaguaripe die dringend notwendige Renovierung der Sanitäranlagen.

Perspektive: Vorerst einmaliger Soforthilfebeitrag durch Jaguaripe. Das Projekt befindet sich seit 2009 weiterhin in den Händen der örtlichen Präfektur.

Projekt 01

Kindergarten Esperanca do Amanha in Barreiras da Jacuruna / Bahia

Fördermittel € 26.300

Unterstütztes Projekt: Der von einem italienischen Pater gegründete Kindergarten „Esperanca do Amanha“ (Hoffnung auf Morgen) mit integrierter Vorschule befindet sich in Barreiras da Jacuruna, Präfektur Jaguaripe*. Betreut werden zurzeit 130 Kinder, die täglich Frühstück und Mittagessen erhalten. Ihre zukünftige schulische Laufbahn wird insbesondere durch die integrierte Vorschule nachhaltig gefördert.

* Erstes Projekt und Namensgeberin des Fördervereins

Maßnahmen: Das Grundstück ist zur Vorbeugung des allgegenwärtigen Diebstahls mit einer Mauer umfriedet, elektrische Anlagen des Kindergartens sind erneuert und der Dachstuhl repariert.

Perspektive: Der Förderverein beteiligt sich finanziell an den täglichen Mahlzeiten, an Strom- und Gaskosten, an Gartengeräten zur Pflege der Außenanlage sowie an den Gratifikationen der Angestellten.

Das Projekt ist nach 8 Jahren Förderung erfolgreich abgeschlossen worden und wird jetzt von der örtlichen Präfektur weitergeführt.

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